Dax leicht im Plus erwartet
Der Dax wird Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge am Dienstag mit leichten Kursgewinnen starten. Demnach dürfte der Leitindex seinen Kursrutsch aus dem späten Handel am Vortag um schließlich 1,71 Prozent stoppen. Die Wall Street sei vor allem wegen Sorgen um die Bankenwerte unter Druck geraten aber nun werde mit dem Blick auf die amerikanischen Indexfutures schon wieder eine Stabilisierung erwartet – das dürfte auch dem deutschen Markt moderate Eröffnungsgewinne bescheren, sagte Ben Potter, Marktanalyst bei IG Markets.
Der Future auf den amerikanischen Leitindex Dow Jones Industrial Average (DJIA) gewann seit Xetra-Schluss am Vortag 0,01 Prozent. Im Fokus stehen die Zahlen der immer weiter in Gang kommenden Berichtssaison in Deutschland. Vor allem die Dax-Werte Bayer und Daimler, die im Verlauf erwartet werden, dürften den Markt bewegen. Am Nachmittag werden nochmals Impulse aus den Vereinigten Staaten mit Daten zum Häusermarkt (Case-Shiller-Index) sowie dem Verbrauchervertrauen erwartet.
Rentenmarkt mit knapp behaupteter Tendenz
Knapp behauptet hat der europäische Rentenmarkt eröffnet. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die 10jährige Bundesanleihe, der Bund-Future gibt um 5 Basispunkte auf 120,78 Prozent nach, der Bobl-Future ebensoviel auf 1150,05 Prozent.
Die Verbrauchervertrauensindizes aus Italien und Frankreich, die weiter vorsichtig aufwärts tendieren sollten, dürften keine größeren Spuren im Kursverlauf der Staatsanleihen hinterlassen, schreibt die HSH Nordbank in einer Tagesvorschau. Die Auktion von 44 Milliarden amerikanischen Dollar an zweijährigen Titeln in den Vereinigten Staaten sollte vergleichsweise problemlos aufgenommen werden. Auch in der Eurozone starte der Auktionsreigen mit Angebot aus Italien und den Niederlanden. Der für die Woche avisierten Gesamtsumme von 23 Milliarden Euro stehe aber ein noch größeres Volumen an Rückflüssen gegenüber, was die Rückschlagsgefahren dämpfe. Den richtungweisenden Euro-Bund-Future erwartend die Experten zwischen 120,29 und 121,15 Punkten.
Euro tendiert leicht erholt
Der Euro erholt sich am Dienstagmorgen an den internationalen Devisenmärkten etwas. Während des Übergangs aus dem asiatisch in das europäisch geprägte Geschäft steht die Gemeinschaftswährung bei 1,4905 Dollar nach 1,4870 Dollar im späten New Yorker Handel am Montag. Händler sprechen von Gewinnmitnahmen nach dem kräftigen Dollar-Anstieg vom Montag. Trotzdem halten Marktteilnehmer die Korrektur noch nicht für beendet: Zum Yen ist der Dollar auf den höchsten Stand seit fünf Wochen gestiegen, und auch der australische Dollar und der neuseeländische Dollar stehen nun unter Druck.
„Der Markt war reif für eine Gegenbewegung“, so ein Händler. Zu viele Marktteilnehmer hätten auf einen fallenden Dollar gesetzt, andererseits habe die Abwärtsdynamik der amerikanischen Währung deutlich nachgelassen. Politik und Zentralbanken seien zudem an einem schnellen Dollar-Rückgang nicht interessiert. Generell sei der Dollar-Rückgang aber vermutlich nur unterbrochen.
Neue Impulse könnten von Zahlen zum Verbrauchervertrauen aus Frankreich, Italien und den Vereinigten Staaten kommen. Aus Frankreich wird eine Stagnation, aus Italien ein leichter Rückgang und aus den Vereinigten Staaten ein leichter Anstieg erwartet. Der Abwärtstrend der amerikanischen Hauspreise soll sich weiter verlangsamt haben, heißt es mit Blick auf den Case-Shiller-Hauspreisindex am Nachmittag.
Asiens Börsen im Minus
Die Aktienmärkte in Fernost haben am Dienstag durchweg Verluste erlitten. Wie zuvor in den Vereinigten Staaten zogen Rohstoffwerte, die unter dem Fall des Ölpreises litten, die Märkte nach unten. Zudem sorgten sich viele Anleger über
die Kraft der weltwirtschaftlichen Erholung. Insbesondere Exportwerte gaben nach.
Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notierte 1,5 Prozent tiefer bei 10.212 Zählern. Der breiter gefasste Topix verlor 1,7 Prozent auf 895 Punkte. Die Aktienmärkte in Südkorea, Hongkong, Shanghai, Singapur und Taiwan verzeichneten ebenfalls Verluste.
Wie an der Wall Street sorgten sich die Anleger, Vergünstigungen für Hauskäufer in den Vereinigten Staaten könnten nicht verlängert und der zuletzt etwas stabilere Immobilienmarkt wieder geschwächt werden. „Die Berichtssaison in Japan verlief bislang besser als erwartet, aber der Fakt, das der Markt für Verluste in Übersee anfällig bleibt, zeigt, dass den Investoren noch immer Vertrauen in die Entwicklung der Wirtschaft fehlt“, sagte Mitsuo Shimizu von Cosmos Securities.
Zu den größten Verlierern in Tokio gehörte der Pharmahersteller Astellas mit einem Minus von 6,7 Prozent. Er hatte angekündigt, die Entwicklung eines Arthritis-Mittels einzustellen. Rohstoffwerte litten unter dem Ölpreis, der deutlich unter die Marke von 80 Dollar fiel. So verbilligten sich die Anteilsscheine von Inpex um 1,6 Prozent. Im Schlepptau des Öls gaben auch die Papiere von Handelshäusern nach. Diese sind häufig an großen Öl- oder Gasprojekten beteiligt. Die Titel von Japans größtem Handelshaus Mitsubishi Corp verloren 5,5 Prozent. Bei den Exportwerten gehörten die Aktien des weltgrößten Autobauers Toyota-Aktien mit einem Abschlag von 1,4 Prozent zu den Verlierern.
Auf der Sonnenseite stand hingegen der Elektronikgigant Hitachi. Der Konzern senkte am Vortag seine Nettoverlust-Prognose um 15 Prozent. Hitachi-Aktien kletterten daraufhin um 2,3 Prozent.
Kurse und Meldungen nach Börsenschluss an der Wall Street
Die Aktienkurse in Amerika tendierten am Montag nach Börsenschluss etwas leichter. Der Nasdaq-100 After Hours Indicator fiel um 0,33 Prozent auf 1741,04 Zähler.
Der Aktienkurs der Bekleidungsanbieter VF Corporation und Limited Brands rutschte im nachbörslichen Handel ab. VF Corporation, zu der Marken wie „The North Face“ und „Vans“ gehören, fielen um 7 Prozent auf 73 Dollar. Das Unternehmen hatte zuvor einen Rückgang des Quartalsgewinns um 6,8 Prozent veröffentlicht, belastet durch Pensionsaufwendungen. Der Umsatz war um 5 Prozent gesunken.
Limited Brands, zu der die Dessousmarke „Victoria’s Secret“ gehört, fielen um 9,1 Prozent auf 17,67 Dollar. Das Unternehmen hatte zuvor einen Rückgang der bereinigten Umsätze im Oktober in Aussicht gestellt. Zuvor war es von stagnierenden Verkäufen ausgegangen.
Dollar Thrifty sanken um 4,2 Prozent auf 24 Dollar nachdem der Autovermieter für das dritte Quartal einen rückläufigen Umsatz veröffentlicht hatte.
Wall Street schließt im Minus
Belastet von Finanz- und Rohstoffwerten hat die Wall Street zu Wochenbeginn Verluste verzeichnet. Aktien von Finanz- und Bauunternehmen litten unter der Sorge, dass Vergünstigungen für Hauskäufer nicht verlängert werden könnten und der zuletzt etwas stabilere Immobilienmarkt wieder geschwächt wird. Rohstoffwerte litten unter dem Ölpreis, der deutlich unter der Marke von 80 Dollar notierte. Auch die Quartalszahlen des amerikanischen Telekomkonzerns Verizon und des Spezialglas-Herstellers Corning stützten den Markt kaum.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging nach anfänglichen Gewinnen mit einem Verlust von 1,1 Prozent auf 9867 Punkte aus dem Handel. Im Verlauf pendelte der Leitindex zwischen 9849 und 10.072 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 büßte 1,2 Prozent auf 1066 Zähler ein. Der Index der Technologiebörse Nasdaq ging um 0,6 Prozent auf 2141 Stellen zurück
„Jedes Mal, wenn die Regierung eine Hilfe wegnimmt, reagiert der Markt verschnupft“, sagte Analyst Joe Saluzzi von Themis Trading zum möglichen Ende der Steuerhilfen für Hauskäufer. Auf der Verliererseite befanden sich auch etliche Werte von Regionalbanken. Viele von ihnen würden nicht vor 2011 schwarze Zahlen schreiben, hieß es im Kommentar eines einflussreichen Analysten. Die Aktien von Fifth Third Bancorp und SunTrust Banks verzeichneten Abschläge von 7,9 sowie 5,4 Prozent.
Ebenfalls zu den Verlierern zählte die Aktie des Spezialglas-Herstellers Corning, obwohl der Konzern im abgelaufenen Quartal einen überraschend hohen Gewinn erzielte. Zudem rechnet das Unternehmen mit einem starken Wachstum im Glasmarkt für Flachbildschirme. Die Corning-Aktie büßte 0,9 Prozent ein.
Trotz eines überraschend hohen Umsatzes scheuten die Händler auch die Aktien von Verizon Communications. Hohe Kosten drückten den Gewinn des Konkurrenten von AT&T um mehr als neun Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar. Der Kurs fiel um 0,7 Prozent, AT&T-Papiere verloren 1,6 Prozent.
Nachdem der Ölpreis auf 77,23 Dollar je Barrel nachließ, gaben die Papiere des Ölkonzerns Chevron 1,6 Prozent nach. Auf der Gewinnerseite standen erneut Microsoft-Aktien, die um 2,4 Prozent zulegten. Einige Analysten hatten ihre Kursziele für die Papiere des weltgrößten Softwareherstellers nach den überraschend guten Quartalszahlen am Freitag erhöht.
Amerikanische Anleihen leichter
Die Kurse amerikanischer Anleihen sind am Montag auf ihren tiefsten Stand seit Ende August gefallen, obwohl die Auktion inflationsgeschützter Anleihen recht gut verlaufen war. Händler verwiesen auf die noch anstehenden Rekordauktionen in dieser Woche. Zehnjährige Titel mit einem Kupon von 3,625 Prozent fielen um 20/32 auf 100-16/32 und rentierten mit 3,56 Prozent. Der mit 4,500 Prozent verzinste Longbond verlor 1-13/32 auf 102-2/32. Seine Rendite stand bei 4,38 Prozent.
Händler sehen kaum eine Chance, dass sich der Abwärtstrend bei den Anleihen in absehbarer Zeit umkehren könnte. Jede Rally müsse wohl zumindest warten, bis die für diese Woche anstehenden Auktionen im Gesamtvolumen von 123 Milliarden Dollar vorbei seien, hieß es.
Beobachter verwiesen zudem auf das Auslaufen der Anleiheaufkäufe der Fed in dieser Woche. Anleger befürchteten, dass die Rendite steigen werden, wenn die Fed nicht mehr am Markt als Käufer agiert.
Die erste Auktion dieser Woche fand mit inflationsgeschätzten Anleihen, so genannten TIP, mit einem Kupon von 1,25 Prozent im Wert von 7 Milliarden Dollar und mit einer Laufzeit bis zum 15. April 2014 statt. Die Nachfrage war recht gut: Die Gebote überstiegen den auktionierten Betrag um den Faktor 3,1, während der Durchschnitt der letzten Auktionen bei 2,4 lag.
In den nächsten Tagen stehen noch die Auktionen zweijähriger Titel im Wert von 44 Milliarden Dollar, fünfjähriger im Wert von 41 Milliarden Dollar sowie siebenjähriger im Wert von 31 Milliarden Dollar Titel auf der Agenda.
(Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, F.A.Z.)