
Merlins lassen Nördlingen nach der Pause keine Chance und fahren mit 93:78 höchsten Heimsieg ein.
Ein furioses drittes Viertel (21:7), in dem die Merlins schalten und walten konnten, wie sie wollten, war im Derby gegen Nördlingen die Grundlage für den höchsten Heimsieg in der Pro A (93:78-Punkte).
Basketball – Pro A. „Nein“, in der Halbzeit habe es keine energische Kabinenpredigt mit lautem Geschrei gegeben, klärte Merlins-Coach Ingo Enskat nach der Partie auf. „Wir wollten uns nochmals auf unsere Stärken besinnen, nicht zu viele einfache Situationen und Bälle vergeben und die Würfe, die die Jungs normalerweise reinmachen, auch verwandeln“, wurde der Crailsheimer Coach noch konkreter.
Und die auf diese Weise angesprochenen „Jungs“ müssen gut zugehört haben, denn sie kamen im Vergleich zu den ersten beiden Vierteln wie verwandelt aus der Kabine, vergrößerten ihren hauchdünnen Ein-Punkte-Vorsprung Zug um Zug, standen dabei in der Defensive wie eine Eins. „Das hat mir sehr gut gefallen. Im dritten Viertel haben wir, über die Saison gesehen, vielleicht die zehn stärksten Minuten in der Defense überhaupt gespielt: Kompliment!“ Höchstes Lob also aus berufenem Munde.

Bis dahin hatten die Korbjäger aus Hohenlohe ihre liebe Mühe damit, ihren Rhythmus zu finden. Prompt geriet der Auftakt zu einem Fehlstart und die Gäste waren, lautstark unterstützt von vielleicht 150 Anhängern, rasch mit 1:10 und 3:13 davongezogen. Die Defense der Merlins agierte zu zögerlich, so dass bei den Nördlinger Benjamin Fumey (Nummer 0) leichtes Spiel hatten, um in dieser Phase zu neun Punkten zu kommen.
„Wir haben die ersten 15 Minuten lang das Spiel kontrolliert“, bilanzierte dann auch Nördlingens ungarischer Coach Andras Zsoldas im Nachklapp. Und er sollte recht behalten, denn mit der Einwechslung von Jejuan Plair (12 Punkte in Viertel zwei), ging so etwas wie ein Ruck durch das Team der Einheimischen. Umgehend machte Plair drei Punkte, um im folgenden Angriff Nördlingens Spielmacher Watson den Ball abzuluchsen und seinen Steal mit einem Korbleger abzuschließen – der Ausgleich. Die Kulisse, in der einmal mehr knallevollen Sportarena war wieder da! Gegen Viertelende meldete sich noch einmal kurz der Schlendrian, doch John Bynum sorgte schließlich höchstpersönlich für die knappe Pausenführung.
Der Rest der Partie ist rasch erzählt. In der Folge drehten die Merlins mächtig auf – ließen in der Verteidigung nichts mehr zu, dominierten die Rebounds (43:25) und schlossen im Angriff eine Welle nach der anderen erfolgreich ab, so dass der Vorsprung fast im Handumdrehen bis auf 20 Punkte anwuchs, wobei besonders Daniel Dörr (10 Rebounds) im Angriff traumhaft sicher traf. Dreier von Cadmus und McAndrew zur rechten Zeit, rundeten den formidablen Auftritt ab. Nördlingen brachte es im gesamten dritten Viertel nur auf – sage und schreibe – magere sieben (!) Punkte. Der Rest war dann nur noch Formsache. Für die Gäste, denen Ferguson verletzt fehlte, sorgte Neuzugang Donovan Morris (Nummer 4) mit zehn Punkten zwar noch für etwas Ergebniskosmetik, der sichere und verdiente Sieg der Merlins war allerdings schon in trockenen Tüchern.
In der Schlussphase gab Trainer Ingo Enskat auch Nachwuchs-Ass Harald Debelka und Benjamin Beyer noch Einsatzzeit!
Statistik:
Viertelstände: 19:25 / 39:38 / 60:45 / 93:78
Viertel: 19:25 / 20:13 /21:7 / 33:33
Spielfilm: 1:10 / 3:13 / 8:18 / 14:19 / 19:25 (1.V.)
24:29 / 26:33 / 33:33 / 36:38 / 39:38 (Halbzeit)
44:38 / 45:40 / 60:40 / 60:45 (3.V.)
66:51 / 73:53 / 78:56 / 88:74 / 93:78 /(Endstand)
Merlins: Plair 19 (2 Dreier), Dörr 15, Bynum 14, Brooks 12, Mc Andrew 10 (1), Zuiderveen 8, Reibel 4, Imberi Cadmus je 3 (1), Oladipo 3, Beyer 2.
Nördlingen: Morris 17 (2), Archibald (3), Watson (2) je 14, Fumey 13.